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Aktuelles Projekt 2016

GEMEINDEBAUTÖNE

Der August Fürst Hof im 12. Bezirk wird zur Bühne. Auf den Balkonen singen die BewohnerInnen gemeinsam bekannte Lieder, die das Verlangen nach sozialer Gerechtigkeit und mehr materiellem Wohlstand artikulieren. In der Inszenierung ist auch zu hören, wie es den Menschen dieses brisanten, aber von den politischen Parteien scheinbar oft zu wenig ernst genommenen, Soziotops in Bezug auf ihre soziale Lage geht.
Häufig werden in einkommensschwächeren Bevölkerungsschichten MigrantInnen und Flüchtlinge
für eine meist als unbefriedigend wahrgenommene soziale Situation verantwortlich gemacht. Diese Annahme kann zu Ausgrenzungen und Spannungen zwischen den ¨alteingesessenen¨ BewohnerInnen und MieterInnen mit Migrationshintergrund im Gemeindebau führen.
Eine politische Intention des Kunstprojekts ist es, diesbezüglich bei den BewohnerInnen und beim Publikum Aufklärungsarbeit zu leisten und diesem Trend, dem oftmals eine gewisse Ohnmacht zugrunde liegt, entgegenzuwirken.
Die eigentliche Ursache für existenzielle Sorgen und soziale Unzufriedenheit − hervorgerufen u.a. durch Pensionskürzungen, Kürzungen von Sozialleistungen, Lohndumping, Einschränkungen von ArbeitnehmerInnenrechten oder enormen Preissteigerungen bei Mieten, Lebensmitteln, Mobilität, Konsumgütern − und die immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich, ist die globale und seit Mitte der 1980er Jahre auch in Österreich auftretende neoliberale Wirtschaftspolitik.

Gemeinsam mit dem Arbeiter Sängerbund Favoriten und KünstlerInnen und Bands wie Skero, Playbackdolls (Tini Trampler, Stephan Sperlich, Bernhard Rabitsch), Özlem Bulut, Hozan Qamber, Wiener Blond, Susi Rogenhofer aka Sweet Susie und DJ Leon protestieren BewohnerInnen des August Fürst Hofs gegen Steueroasen, hemmungslose Spekulationen, Shareholder Value Orientierung, Deregulierung der Arbeits- und Finanzmärkte und andere neoliberale Phänomene. Das gemeinsame Singen von Menschen verschiedener sozialer und kultureller Herkunft ruft auf für mehr Miteinander in einer Gesellschaft, die immer mehr auseinander zu brechen droht und in der soziale Aus- und Abgrenzung, Rassismus, religiöser/politischer Extremismus und gnadenloser Wettbewerb immer mehr zunehmen.
Ergänzt wird das Programm durch einen Redebeitrag von Robert Hipfinger der Regionalgruppe Gemeinwohlökonomie Wien/NÖ.

Aufführung:
Meidlinger Hauptstraße 8-14, am Meidlinger Platzl, vor dem August Fürst Hof, 1120 Wien
Sa. 30.4.2016, 15 Uhr, anschließend DJ Line mit Leon und Sweet Susie

Förderstellen:
Das Projekt wird von Shift, BKA und der Kulturförderung des Bezirks Meidling finanziert.

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Dokumentation auf Youtube